Der Queerfem* March ist ein intersektionaler queerfeministischer Protestzug für Berlin. Als Teil der Sterndemo „Zeit, dass sich was dreht“ bringen wir am 12. September 2026 – eine Woche vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus – unsere Forderungen auf die Straße.
Gemeinsam kämpfen wir für eine echte queerfeministische politische Wende – in allen Bezirken.
Gegen Gewalt, Faschismus & Verdrängung.
Für Selbstbestimmung, Teilhabe & Gleichberechtigung.
Warum ein Queerfem* March?
Berlin gilt für viele Frauen, Lesben, inter, trans, nichtbinäre und queere Menschen als Ort erkämpfter Freiräume. Diese Freiräume sind jedoch weder selbstverständlich noch für alle Menschen gleichermaßen zugänglich.
Steigende Mieten verdrängen Menschen aus ihren Kiezen. Queerfeministische Wohn-, Kultur- und Communitystrukturen geraten unter Druck. Gleichzeitig nehmen patriarchale, frauen-, queer- und transfeindliche Gewalt und Bedrohungen durch die extreme Rechte zu.
Auch beim Gewaltschutz bestehen weiterhin große Lücken. Mehr als 13.000 Betroffene von Partnerschaftsgewalt wurden 2025 in Berlin registriert. Trotz neuer Frauenhäuser reichen Schutzplätze nicht aus. Besondere Bedarfe etwa von Migrantinnen, FLINTA* oder Frauen mit Behinderungen bleiben teilweise ungedeckt.
Gleichzeitig stehen Demokratieprojekte, soziale Angebote, Präventionsarbeit und queere Jugendhilfen unter finanziellem Druck. Antifeminismus und Rechtsextremismus bilden eine gefährliche Front gegen eine pluralistische, weltoffene und gleichberechtigte Gesellschaft.
Deshalb reicht uns Symbolpolitik nicht.
Queerfeministische Politik bedeutet für uns, die materiellen Bedingungen zu verändern, unter denen Menschen in dieser Stadt leben: Wie sicher können wir wohnen? Wie frei können wir uns bewegen? Bekommen wir die medizinische Versorgung, die wir brauchen? Können wir am gesellschaftlichen Leben teilnehmen – unabhängig von Geschlecht, Identität, Behinderung, Einkommen oder Postleitzahl?
Queerfeminismus gehört in alle Bezirke
Queeres und feministisches Leben in Berlin endet nicht am S-Bahn-Ring.
Gerade in den Außenbezirken fehlen häufig Communitystrukturen, Schutzräume und niedrigschwellige Angebote. Wege werden länger, Mobilität schwieriger und rechte sowie queer- und frauenfeindliche Strukturen können den Alltag stärker prägen.
Deshalb startet der Queerfem* March bewusst an der Grenze zum Außenbezirk am S-Bahnhof Landsberger Allee.
Wir wollen eine Stadt, in der gesellschaftliche Teilhabe nicht davon abhängt, ob jemand in Friedrichshain, Marzahn, Neukölln, Spandau oder Mitte lebt.
Wohnen, Verdrängung & Schutz vor Gewalt
Wohnen ist für uns eine queerfeministische Frage.
Wir fordern bezahlbaren und sicheren Wohnraum und den Schutz queerfeministischer Wohn- und Communityprojekte vor Verdrängung. Besonders mehrfachdiskriminierte Menschen müssen Zugang zu sicherem Wohnraum erhalten.
Für Frauen und Kinder, die häuslicher Gewalt entkommen, wird die Berliner Wohnungsnot unmittelbar zur Sicherheitsfrage. Ein Frauenhaus kann nur eine Zwischenstation sein, wenn anschließend eine bezahlbare eigene Wohnung gefunden werden kann.
Gleichzeitig darf Sicherheit nicht allein als Frage von Polizei und Repression verstanden werden. Wir brauchen Prävention, Awareness, ausreichend finanzierte Fachberatungsstellen und verlässliche Unterstützung für Betroffene von frauen-, queer-, transfeindlicher, rassistischer und faschistischer Gewalt.
Dazu gehören auch schulische Präventions- und Aufklärungsarbeit sowie verbindliche Fortbildungen zu geschlechtsspezifischer Gewalt für Polizei, Justiz, medizinisches und pädagogisches Personal.
Asyl- und Fluchtperspektiven gehören für uns ausdrücklich zu einer intersektionalen queerfeministischen Politik dazu.
Gesundheit & körperliche Selbstbestimmung
Gesundheitsversorgung darf Menschen nicht diskriminieren oder ausschließen.
Wir kämpfen für eine queerfeministische und neuroinklusive Medizin, körperliche Selbstbestimmung und eine Gesundheitsversorgung, die unterschiedliche Lebensrealitäten ernst nimmt.
Dazu gehören ausreichend queersensible Therapie- und Versorgungsangebote und eine zugängliche geschlechtsangleichende Versorgung für trans, inter und nichtbinäre Menschen.
Auch nach sexualisierter Gewalt muss schnelle und niedrigschwellige medizinische Hilfe gewährleistet sein – einschließlich vertraulicher Spurensicherung.
Gleichzeitig müssen Krankenhäuser, Praxen und andere öffentliche Einrichtungen für neurodivergente, behinderte und psychisch belastete Menschen zugänglich sein. Barrieren entstehen nicht nur durch Treppenstufen, sondern ebenso durch Kommunikation, Reizüberlastung und Strukturen, die unterschiedliche Bedürfnisse nicht berücksichtigen.
Mobilität bedeutet Teilhabe
Wer sich nicht sicher oder selbstständig durch Berlin bewegen kann, kann auch nicht gleichberechtigt an dieser Stadt teilhaben.
Deshalb fordern wir einen diskriminierungsfreien, barrierearmen und deeskalationsorientierten öffentlichen Nahverkehr, bessere Verbindungen zwischen den Außenbezirken und eine sichere Nachtmobilität für FLINTA* und queere Menschen.
Dazu gehören verbindliche Antidiskriminierungs- und Deeskalationsstandards für Sicherheits- und Kontrollpersonal sowie Awareness-Strukturen im öffentlichen Nahverkehr.
Mobilität darf keine Frage des Einkommens, der Postleitzahl oder der eigenen Sicherheit sein.
Unsere Kämpfe gehören zusammen
Queerfeministische Politik lässt sich nicht von sozialen Fragen, Antifaschismus oder Klimagerechtigkeit trennen.
Verdrängung trifft Menschen nicht gleich. Patriarchale Gewalt trifft Menschen nicht gleich. Die Klimakrise trifft Menschen nicht gleich. Und auch Kürzungen im Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich treffen zuerst diejenigen, die bereits weniger gesellschaftliche Macht und finanzielle Sicherheit besitzen.
Deshalb denken wir diese Kämpfe gemeinsam.
Eine lebenswerte Stadt braucht bezahlbaren Wohnraum statt Verdrängung, Schutz vor patriarchaler und queerfeindlicher Gewalt, diskriminierungsfreie soziale und gesundheitliche Infrastruktur und eine Mobilität, die allen Menschen gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht.
Diese Verbindung zeigt sich auch auf der Straße: Von der BVG-Zentrale zieht der Queerfem* March gemeinsam mit A100 wegbassen und Berlin Klimagerecht von Fridays for Future Berlin zum Roten Rathaus, wo die verschiedenen Demozüge der Sterndemo zusammenkommen.
Wer wir sind
Der Queerfem* March entsteht aus der Zusammenarbeit unterschiedlicher feministischer, queerer, sozialer und klimapolitischer Akteur*innen.
Bereits über zehn Organisationen, Initiativen und Gruppen beteiligen sich an dem Protestzug. Der Queerfem* March wird unter anderem von Queermany Berlin und TERRE DES FEMMES gemeinsam mit Feminist Fight Club, Feministische Medizin, Angel Audio System, iranischen Aktivist*innen im Exil, Hydra e.V. und Queers for Climate Justice organisiert bzw. unterstützt.
Dabei bringen unterschiedliche Akteur*innen unterschiedliche Perspektiven mit – von Frauenrechten und dem Kampf gegen patriarchale Gewalt über queere und trans Selbstbestimmung bis zu Antifaschismus, körperlicher und sexueller Selbstbestimmung, Gesundheit, sozialer Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit.
Genau darin liegt unser Verständnis von Intersektionalität: Unsere Lebensrealitäten lassen sich nicht voneinander trennen – also dürfen es unsere politischen Kämpfe auch nicht.
Queerfem* March am 12. September 2026
Start: 12:30 Uhr
Ort: Vorplatz S-Bahnhof Landsberger Allee
Ziel: Rotes Rathaus
Abschlusskundgebung der Sterndemo: 16 Uhr
Eine Woche vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl gehen wir gemeinsam auf die Straße:
Zeit, dass sich was dreht: Für eine echte queerfeministische politische Wende – in allen Bezirken!
Gegen Gewalt, Faschismus & Verdrängung!
Für Selbstbestimmung, Teilhabe & Gleichberechtigung!










